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Düngeverordnung bringt unter anderem verschärfte Vorgaben für die Ausbringung von Komposten

Am 27.03.2020 hat der Bundesrat einer Novelle der Düngeverordnung (DüV) zugestimmt. Diese war notwendig geworden, da der Europäische Gerichtshof (EuGH) Anfang 2018 festgestellt hatte, dass Deutschland die EG-Nitratrichtlinie nur mangelhaft umgesetzt hat. Außerdem bemängelte der EuGH die hohen Nitratwerte im Grundwasser.
Die Veröffentlichung und damit das Inkrafttreten wird für den Mai 2020 erwartet. Vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie und den damit verbundenen Herausforderungen für die Landwirtschaft hat die EU-Kommission bereits zugestimmt, dass die differenziertere Ausweisung von mit Nitrat und Phosphat besonders belasteten Gebieten (sogenannte „rote Gebiete“) erst zum 1. Januar 2021 umgesetzt werden muss

Für die Kompostausbringung bringt die neue DüV vor allem folgende verschärfte Vorgaben:

  • Unter anderem auf gefrorenen oder schneebedeckten Böden wird eine Düngung ausnahmslos untersagt. Die bisherigen Ausnahmeregelungen fallen ersatzlos weg.
  • Künftig ist die Ausbringung von Komposten mit Stickstoffgehalten von mehr als 1,5 % Stickstoffgehalt in der Trockenmasse bereits ab dem 1. Dezember untersagt (bisher 15. Dezember).
  • Neu ist eine Sperrfrist für die Aufbringung von Düngemitteln mit einem Phosphatgehalt von mehr als 0,5 % in der Trockenmasse: Vom 1. Dezember bis 15. Januar dürfen solche Düngemittel nicht ausgebracht werden. Von dieser Sperrzeit werden voraussichtlich fast alle Komposte betroffen sein.
  • In den „roten Gebieten“ darf künftig zwischen dem 1. November und dem 31. Januar kein Kompost mehr ausgebracht werden. Für den übrigen Zeitraum eines Jahres ist folglich mit verstärkten Ausbringungen zu rechnen.

Auch wenn der Erlass einer allgemeinen Verwaltungsvorschrift des Bundes und entsprechenden Länderverordnung noch aussteht, sollten kommunale Komposterzeuger, gleich ob sie selbst eine Anlage betreiben oder die Kompostherstellung fremdvergeben haben, sich mit dieser Thematik beschäftigen.

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