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Wir sind eine der führenden Managementberatungen für die Öffentliche Hand und beraten von Mannheim aus Kommunen und kommunale Unternehmen im ganzen Bundesgebiet.

Gebühren führen oftmals ein Schattendasein, zu Unrecht!

Gebührenkalkulation in der Abfallwirtschaft

Die Politik scheut Gebührendiskussionen wie der Teufel das Weihwasser. Die Folge: Die Gebührenkalkulation oder auch Gebührensimulation i.Z.m. diskutierten abfallwirtschaftlichen Maßnahmen wird gerne umgangen, zumindest geschoben. Vermeiden lassen sie sich aber schlussendlich doch nicht. Die Abfallwirtschaft ist komplex, wenig individuell und für viele Bürger nur schwer nachvollziehbar. Dies führt dazu, dass die inhaltliche Diskussion über die Sinnhaftigkeit abfallwirtschaftlicher Maßnahmen überwiegend auf die rein politische Ebene reduziert wird. Das ist einfach einfacher, schade. Selbst Landesabfallbilanzen widmen nicht einmal 5 % ihrer Ausführungen wirtschaftlichen Aspekten, die gerade die Bürger und Gewerbebetriebe interessieren.
Dies gilt es aufzubrechen, um die abfallwirtschaftliche Diskussion zu versachlichen und mit dem Bürger in einen tatsächlichen Dialog treten zu können. Wenn dies gewollt wird.

Die Gebühr gibt gleichsam wie der Preis eine Information über den Wert der entsprechenden Gegenleistung. Welche Gewinne in einem privatwirtschaftlichen Preis einkalkuliert sind, wird der Bürger nie erfahren. Hier werden bei als Marktstörung empfundenen Situationen dann Regulative wie die Mietpreisbremse vom Staat eingeführt. Bei den Gebühren dürfen und werden keine Gewinne in diesem Verständnis einkalkuliert. Die rechtlichen Anforderungen an die Gebührenkalkulation sind, typisch deutsch, hoch und bis ins Detail geregelt. Warum dann diese Vorbehalte? Wegen des politisch gewollten Schattendaseins?

Gebührensimulationen zeigen die Kostenwirkungen spezieller Maßnahmen auf.

Aber es gibt auch Beispiele, in denen sich die Kommunen hiervon lösen. Und das mit großem Erfolg!
In der Entwicklung von Abfallwirtschaftskonzepten bspw. haben sich Kommunen einzelne abfallwirtschaftliche Maßnahmen in ihrer Gebührenauswirkung simulieren lassen (Bsp.: Kosten einer wöchentlichen anstelle einer vierzehntägigen Bioabfallabfuhr im Sommer). Mit der Gebührenhöhe für einzelne Maßnahmen konfrontiert, verlaufen erfahrungsgemäß die Diskussionen über die Notwendigkeit spezieller abfallwirtschaftlicher Maßnahmen sehr viel zielorientierter und sachlicher. Mit diesem Gebührenbewusstsein relativiert sich dann auch eine spätere Gebührenkritik deutlich.

Kontinuierliche Gebührennach- und Gebührenplankalkulationen eröffnen den Kommunen komfortable Zeitfenster für Reaktionen.

Insbesondere bei der Gebührenkalkulation für einen mehrjährigen Zeitraum wird häufig diese Zeit nicht genutzt, um unerwünschten Entwicklungen gegenzusteuern oder gewünschte Entwicklungen zu verstärken. Am Ende wird der Bürger mit einer neuen, häufig höheren Gebühr konfrontiert, die vielleicht vermeidbar gewesen wäre, hätte die Kommune die Kalkulationsperiode aktiv für Steuerungsmaßnahmen genutzt. Ursache hierfür: Den Kommunen liegen die hierzu notwendigen Steuerungsinformationen nicht zeitnah vor. Dies liegt u.a. an den Systembrüchen zwischen Wirtschaftsplan/Jahresabschluss und Gebührenhaushalt, einer fehlenden leistungsfähigen Kostenrechnung und einer ausschließlich auf den Gebührenhaushalt und nicht auf den Gebührentatbestand bezogenen Betrachtung. Diese Probleme lassen sich aber einfach lösen.

Mit einem aktiven und ganzheitlichen Gebührenmarketing aus der passiven in die aktiv gestaltende Rolle.

Für diesen Ansatz wurden wir vor ein paar Jahren in den meisten Fällen belächelt. Heute stellt sich die Situation deutlich anders dar. Zunehmend mehr Kommunen erkennen ihre Chancen mit einem aktiven Gebührenmarketing aus der reinen Verwaltungsfunktion in ein gestaltendes Agieren zu wechseln. Altlasten der Vergangenheit, die heute nicht mehr beeinflusst werden können, werden ausgewiesen und belasten somit in der Gesamtschau neue positive Ansätze und Maßnahmen nicht mehr. Den Bürgern kann das umfangreiche Leistungsportfolio der kommunalen Abfallwirtschaft über einen Einheitstarif hinaus in seiner Wertigkeit vermittelt werden. Und neben der Leistungsmenge, der Qualität und dem Service gehört der Preis, also hier die Gebühr, zu den entscheidenden Verkaufsargumenten. Und die meisten Kommunen müssen sich hier wahrlich nicht wegducken.
Wir unterstützen Sie gerne bei der Umsetzung der aufgezeigten Maßnahmen. Hier sind wir, gereift aus 20 Jahren kommunaler Erfahrung, wahre Überzeugungstäter.

Dies ist ein Beitrag aus unserer aktuellen Ausgabe des Kundenjournals _teamgeist_ 02/2019.
Hier gelangen Sie zu der gesamten Ausgabe.

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