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Über teamwerk
Wir sind eine der führenden Managementberatungen für die Öffentliche Hand und beraten von Mannheim aus Kommunen und kommunale Unternehmen im ganzen Bundesgebiet.

Telematik ist Bares wert

Logistische Effizienzpotenziale nutzen

Mit der systemischen Kopplung von Informatik und Telekommunikation können vielfältige Informationen generiert und bedarfsgerecht zur Verfügung gestellt werden. Der Nutzen ergibt sich aus dem professionellen Umgang mit diesen Informationen, um die Logistikeffizienz zu steigern.

Die Investitions- und Betriebskosten für Telematik-Systeme sind im Verhältnis zu den korrespondierenden Kosten für die Behälterinfrastruktur, die Fuhrpark- und Personalkosten dabei vernachlässigbar.
Die Telematik begleitet uns heute bereits an vielen Stellen im privaten und beruflichen Alltag, ohne dass wir dies immer bewusst wahrnehmen. Auch in der Kommunalwirtschaft sind die möglichen Einsatzbereiche vielfältig. Im Ergebnis erhalten die Kommunen zum Beispiel die Möglichkeit eines ressourceneffizienten Einsatzes von Mensch und Gerät für abfallwirtschaftliche Leistungen, mit welchem sie ökologisch handeln und an der Schnittstelle zur Privatwirtschaft auch wettbewerbsfähig sind. Die entsorgungspflichtigen Kommunen gehen mit diesen Möglichkeiten sehr unterschiedlich professionell um.

Mit der Entscheidung für die Anschaffung von Telematik-Systemen und deren Implementierung sind zwangsläufig die betrieblichen und administrativen Geschäftsprozesse betroffen. Viele Kommunen kombinieren daher eine Geschäftsprozessoptimierung mit der Erstellung eines Pflichtenheftes für ein Telematik-System. Dies wiederum ist die Basis für einen wettbewerblichen Dialog als Form eines europaweiten Beschaffungsverfahrens. Anhand des Beispiels der Sammlung von Haushaltsabfällen sollen die verschiedenen Einsatzmöglichkeiten von Telematik in der Abfalllogistik aufgezeigt werden.

Die Behälterinfrastruktur einer Kommune mit beispielsweise 100.000 Einwohnern und einer getrennten behältergestützten Erfassung von Rest-, Bio- und PPK-Abfällen (PPK: Papier, Pappe, Kartonage) umfasst bereits eine Investition von mehr als 3.000.000 Euro. Diese Behälterinfrastruktur ist mit Tausch-, Ersatz- und Zusatzgestellungsvorgängen in einem arbeitstäglichen Veränderungsprozess. Mit den Telematik-Komponenten behält die Kommune den Überblick über ihre Behälter und weiß, wo ihre Behälter genau stehen. Dazu gehören etwa Ident-Chips, Barcodes, Mobile Lesegeräte, Software, aber auch Sensoren, Bordcomputer, Display, Funk, Drucker und Software.

Mit validen Betriebsdaten lassen sich auch betriebliche Prozesse optimieren. Mit den vorstehenden Telematik-Komponenten lassen sich diese Daten weitgehend automatisiert erfassen und in Echtzeit kommunizieren. Die Palette reicht von der Erstellung von Auftragslisten und Adhoc-Aufträgen, der Auftragsübermittlung zum Beispiel von Sperrabfall, der Rückmeldung der Auftragsrealisie-rung, der Daten- und Sprachkommunikation, dem automatisierten und manuellen Erfassen von Auftragsdaten sowie dem Ausdruck von Auftragspapieren, Dokumentation von Aktionen am oder mit dem Fahrzeug mit zeitlicher und örtlicher Zuordnung wie dem Sammeln, Streuen oder Entladen. Zur notwendigen Infrastruktur gehören dabei Bordcomputer, GPS-Antenne, Navigationsgerät, Wiegeeinrichtung, RFID-Antenne, Behältererkennung oder die spezifische Software.

Trotz aller technischen Hilfsmittel sind die „Bauchgefühle“ der Disponenten und Logistikleiter für das Tourenmanagement unersetzbar. Leider wächst die Größe des Bauches nicht mit der Größe des Fuhrparks. Daher sind Informationen, die das Tourenmanagement unterstützen, ihr Geld wert. Hierzu zählen insbesondere Daten der Sammeltour, die Tageseinsatzzeiten, die Kilometer- und Behälterleistung, eine „Rausstellquote“ von Müllgefäßen nach Gebiet, die Behälterdichte, die Auslastung, der optimale Leerungszeitpunkt, die unterjährige Anpassung von Touren, Sammelgewichte, Sammel-/ Ladezeiten brutto und netto, Wartezeiten an der Waage, Sammelwege, Leistungsdaten Fullservice und erweiterte Ladedienstleistungen. Auch die Revierplanung auf Basis von Leistungsdaten wie die Bereitstellungsuote, Gewichte, usw. gehören hierher. Damit lässt sich im Tagesgeschäft eine dynamische Optimierung der Vorgänge erzielen oder auch ein Tourenarchiv anlegen.

Die Leistungsdaten an der unmittelbaren Schnittstelle zum Nutzer sind wichtige Informationen für den Betrieb, aber auch für die Veranlagung der Gebührenschuldner und die Fortschreibung der zu Grunde liegenden Abfallwirtschaftskonzepte. Hierzu zählen unter anderem eine automatisierte Behältererkennung, die Zählung der Schüttungsvorgänge, die Verwiegung von Schüttungsinhalt und/ oder Ladegewicht, gegebenenfalls in Kombination mit Wiegedaten, die Statistik pro Behälter und die „Rausstellquote“ der Müllbehälter. Es gibt aber noch weitere Funktionalitäten, die sich zum Teil aus dem Zusammenspiel der bisher aufgezeigten Teilmanagementsysteme ableiten lassen. Diese unterstützen die betrieblichen Prozesse bei der Erfüllung der Aufgabenstellungen. Hierzu zählen beispielsweise ein Beschwerdemanagement, die Visualisierung aktueller Aufenthaltsorte der Lkw bzw. der Flotte, die Visualisierung der abgefahrenen Tourenstrecken, eine Schnittstelle zur Gebührenveranlagung/ Bescheiderstellung, die Sperrung von Schwarzgefäßen, eine IT-basierte Routenoptimierung mit spezifischen Algorithmen der Behälterleerungen sowie die Adhoc-Optimierung der LKW bei Unfall oder auch bei Sonderaufträgen. Sollen Telematik-Systeme erfolgreich in die bestehenden Strukturen integriert werden, sind vor der eigentlichen Umsetzung verschiedene Projektschritte zu definieren und umzusetzen. Hierbei sollten alle betroffenen und profitierenden Betriebsteile einschließlich Personalrat eingebunden werden. Geschäftsprozesse lassen sich optimieren, wenn mögliche softwaretechnische Funktionalitäten berücksichtigt werden und diese dann in ein detailliertes Pflichtenheft eingetragen werden. Auch kommt der Auswahl des leistungsstärksten Systemangebotes auf Basis eines wettbewerblichen Dialoges eine erhebliche Bedeutung zu. Und schließlich ist die konsequente und zeitnahe Implementierung und das Management der Prozessqualität wichtig.

Die Kosten von Telematik-Lösungen hängen insbesondere vom Organisationsgrad der zukünftigen Nutzer und der Professionalität der Beschaffung und Implementierung ab. Wenn man den ökonomischen Nutzen betrachtet, spielen beispielsweise Faktoren wie die Fuhrparkgröße und die Professionalität des Umgangs mit den gewonnen Informationen eine wesentliche Rolle. Auf dieser Basis ist die Wirtschaftlichkeit einer solchen Investition für jeden Einzelfall zu berechnen. Kommen neben Kostengrößen weitere Aspekte hinzu, empfiehlt sich der Einsatz einer Nutzwertanalyse.

Hierzu sind die einzelnen Wertungskriterien entsprechend zu gewichten. Anhand der letztendlich ausgewählten Bewertungskriterien, der Gewichtungsfaktoren und der von einer Wertungskommission vergebenen Punkte lassen sich die unterschiedlichen Produkte dann miteinander vergleichen.

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