close
Über teamwerk
Wir sind eine der führenden Managementberatungen für die Öffentliche Hand und beraten von Mannheim aus Kommunen und kommunale Unternehmen im ganzen Bundesgebiet.

Dr. Ingo Caspari stellt mögliche Maßnahmen zur Verbesserung des TeleGIS vor

Ein Beitrag des Mühlacker Tagblatt

Die TeleGIS Innovationscenter GmbH & Co. KG in Sternenfels hat seit ihrer Gründung 2003 Verluste von rund 1,5 Millionen Euro gemacht. Damit die Einrichtung in Zukunft wirtschaftlicher wird, wurden nun insgesamt zwölf mögliche Maßnahmen ausgearbeitet.

Eine davon könnte sein, dass die komplette Verwaltung der Gemeinde vom Rathaus ins wenige Hundert Meter entfernte TeleGIS umzieht. Das Bürgerbüro sowie Teile der Kasse sind bereits dort untergebracht. Aber der Reihe nach.
Im vergangenen Jahr hatte die Gemeinde Sternenfels die Beratungsfirma _teamwerk_AG aus Mannheim beauftragt, um zu untersuchen, an welchen Stellschrauben gedreht werden müsste, damit die Einrichtung in der Ortsmitte in Zukunft rentabler wird. Die Ergebnisse stellte der Senior-Berater Dr. Ingo Caspari am vergangenen Donnerstag in der Gemeinderatssitzung vor.
Aus drei Gründen sei es dringend notwendig, das Konzept des TeleGIS zu verändern, erläuterte der Experte. „Zum einen kann es aus finanzieller Sicht so nicht mehr weitergehen.“ Die Einrichtung habe seit ihrer Gründung 2003 nie einen Gewinn erzielt. Im Gegenteil: Insgesamt habe sie Verluste in Höhe von rund 1,5 Millionen Euro gemacht. Weil das TeleGIS allerdings von zwei weiteren paritätischen Gesellschaftern, der Sparkasse Pforzheim Calw und dem Enzkreis, mitgetragen werde, betrage der Anteil der Gemeinde Sternenfels „nur“ etwa 750 000 Euro. Doch der Vertrag mit den beiden Partnern laufe Ende des Jahres aus. Und so – das sei der zweite Grund für eine dringend nötige Veränderung – bestehe die Gefahr, dass die Gemeinde ab 2018 die kompletten Verluste alleine zu übernehmen habe. Dies könne vor dem Hintergrund der schwachen Haushaltslage nicht toleriert werden.
Als dritten Grund zur Handlung nannte Caspari, dass die Zielsetzung der Einrichtung 14 Jahre nach ihrer Gründung überdacht werden müsse. „Die Welt hat sich weitergedreht, man muss sich fragen, ob das Konzept heute noch zeitgemäß ist.“ Der Vorraum im Erdgeschoss, wo Zeitschriften verkauft werden und das Bürgerbüro untergebracht ist, sei zum Beispiel eher für die Gastronomie geeignet, erklärte der Berater. Daher nannte er als erste Maßnahme, die es umzusetzen gelte: Platz schaffen im Erdgeschoss. Dafür müsste das Bürgerbüro in den zweiten Stock umziehen. Ein weiterer möglicher Schritt sei, dass die komplette Verwaltung in das Gebäude – ebenfalls oben – umzieht, das sich nur schwer vermieten lasse. „Sprich, man zieht einfach bei sich selbst ein.“ Die Zimmer im Rathaus, von denen im Erdgeschoss bereits einige von einer Firma genutzt werden, könnten vermietet werden.
Ein weiterer großer Baustein, um laut Caspari „die finanzielle Belastung auf null zu fahren“, wäre, die Post, den Laden und das Café an private Mieter zu vergeben.
Bei der Gastronomie sei das bereits erreicht worden. Damit werde die Verwaltung um Prokurist Michael Hildwein entlastet, und sie könnte sich auf die eigentlichen Aufgaben der Wirtschaftsförderung konzentrieren: „Der Bereich Ausbildung erhält mit Abstand den größten Zuspruch.“ Er sollte künftig ein Schwerpunkt der TeleGIS sein.
Ob letztendlich alle ausgearbeiteten Maßnahmen umgesetzt werden, ist noch ungewiss. Denn in der Sitzung am Donnerstag sollte der Gemeinderat die Ausführungen zunächst nur zur Kenntnis nehmen. Weiteres soll noch genauer diskutiert und durchleuchtet werden. Das stieß bei Reinhold Schäfer von der Liste für Sternenfels und Diefenbach (LfSuD) auf Kritik. Es sei nun schon sehr viel über das Thema diskutiert worden, sagte er. „Ich finde, wir müssen endlich Nägel mit Köpfen machen.“ Klaus Riekert von der Fraktionsgemeinschaft der Freien Wähler und SPD (FG) meinte, man könne erst einen Beschluss fassen, wenn Sparkasse und Landkreis sich zu der Einrichtung bekennen.
Denn wenn das nicht der Fall wäre, bricht das ganze Konstrukt zusammen.“ Und Bürgermeister Werner Weber versicherte, „dass wir ganz zeitnah in eine Beschlusssituation gehen werden“. Es sei zunächst allerdings von großer Bedeutung gewesen, Signale an die beiden Partner zu senden, „dass sich hier etwas tut“.
Gemeinderätin Bianca Lillich stellte an den Experten von der _teamwerk_AG die Frage, ob es denn für den Fall eines Absprungs der Sparkasse und des Kreises einen Plan B gebe. Caspari verneinte, meinte aber: „Natürlich müssen wir abwarten, ob etwa die Kreisräte dafür stimmen, dass der Enzkreis die Einrichtung auch weiterhin mitträgt.“ Diesbezüglich habe er aber von beiden Partnern „keine negativen Vibrationen“ vernommen.

Zeitungsartikel

© _teamwerk_AG | Willy-Brandt-Platz 6, 68161 Mannheim | Tel.: 0621-595 95 00 | info@teamwerk.ag